Donnerstag, 15. November 2018

Der Schlüssel zu mehr Nähe und Intimität in Beziehung


Intimität ist das A und O, um erfüllende Beziehung zu erschaffen. Vielleicht hast Du schon einmal den Satz gehört „Beziehungen sterben nicht aus Mangel an Liebe, sondern aus Mangel an Intimität.“

Gerade in der schnelllebigen Gesellschaft scheint es jedoch genug gute Gründe zu geben, Nähe und Intimität zu vermeiden. Schließlich ist Zeit Geld und nicht Liebe. Einige Menschen versuchen die Nähe und Intimität, die sie über das Jahr nicht in ihrer Beziehung haben, zu besonderen Anlässen wieder herzustellen. Das beste Beispiel ist der Valentins Tag. An diesem Tag drehen viele Leute durch und deklarieren ihn als Beweis für Nähe und Intimität. Sie gehen romantisch essen, schenken der geliebten Person Rosen und meinen dann, das sei Nähe und Intimität. Doch zieh einmal in Betracht, dass dies nichts weiter als eine Illusion von Intimität ist. Es ist ein Versuch, die fehlende Nähe und Intimität über den Rest des Jahres an diesem Tag über Dinge im Außen zu kompensieren (romantisches Essen, Rosen, Geschenke). Das ist ein bisschen wie Weihnachten: 1 Tage im Jahr, an dem alles dem perfekten Bild entsprechen muss.

Um erfüllende Beziehung zu erschaffen, ist es jedoch wichtig, achtsam zu sein und fortwährend Momente von Intimität zu erzeugen. Bevor Du jedoch mehr Nähe und Intimität in Deiner Beziehung erzeugen kannst, ist es notwendig, den Scheinwerfer zunächst einmal darauf zu richten, wie Du bisher Nähe und Intimität vermieden hast bzw. immer noch vermeidest. Wenn Du keine Klarheit über Deine bewussten und unbewussten Strategien hast, durch die Du Intimität vermeidest, wird es schwierig, mehr Intimität zu erzeugen und Deine Beziehung auf eine andere Ebene zu bringen.

SCHRITT 1: Die Frage nach dem WIE
Es gibt sehr unterschiedliche Strategien, Intimität zu vermeiden (und mit Intimität ist nicht nur Sex gemeint, sondern nährendes, tiefgehendes Miteinander-Sein). Im Folgenden sind einige Beispiele. Überprüfe einmal radikal ehrlich für Dich, welche Aspekte auf Dich zutreffen. Wie verhinderst Du Nähe und Intimität?

·         Du arbeitest lange
Der Job ist eine der offensichtlichsten Strategien, Intimität zu vermeiden. Wie oft bist Du schon nach einem langen Arbeitstag nach Hause gekommen und warst so müde oder erschöpft, dass Du am liebsten nur noch schlafen oder fernsehen wolltest? Oder umgekehrt, Dein Partner/Deine Partnerin kam völlig erledigt nach Hause und war für Nähe und Intimität nicht mehr offen. Vielleicht bringst Du gelegentlich sogar Arbeit mit nach Hause?

·         Du bist ständig beschäftigt
Eine sehr häufige Strategie ist, auch zuhause sehr beschäftigt zu sein. Wenn Du mit Deinem Partner zuhause bist, fällt dir beispielsweise ein, dass:
o   das Bad noch geputzt werden muss,
o   Du den Müll noch raustragen wolltest,
o   die Sachen im Keller stehen, die noch zum Wertstoffhof gebracht werden müssen
o   Du eine Freundin/einen Freund noch anrufen könntest
o   der Rasen noch gemäht werden muss (wenn Du in einem Haus mit Garten wohnst, ist es besonders leicht Möglichkeiten zur Intimitätsvermeidung zu finden, denn es gibt am, im und um das Haus herum jederzeit genug Dinge zu tun, in die Du Dich flüchten kannst.
o   etc.
Du bist in Gedanken ständig in Deiner To-Do Liste und verpasst dadurch die kostbaren Momente, in denen Intimität möglich wäre.

·         Du schaust Fernsehen / liest Zeitung lesen/ checkst Dein Handy / sitzt am Computer
Eine weitere Strategie, Intimität zu vermeiden, ist die, Fernsehen zu schauen oder die Zeitung zu lesen, obwohl Dein Partner/Deine Partnerin gerade auch zuhause ist und möglicherweise sogar mit Dir gemeinsam auf dem Sofa sitzt. Vielleicht verspürst Du auch den Drang, schnell noch auf Dein Handy zu schauen, um die neuesten Posts auf Facebook anzuschauen oder Deine E-Mails zu checken. Möglicherweise tust Du das sogar, während Dein Partner/Deine Partnerin gerade dabei ist, etwas Wichtiges mitzuteilen. Eine andere Variante davon ist, dass Du stundenlang an Deinem Computer sitzt und im Internet surfst oder Computerspiele spielst.

·         Du trinkst Alkohol oder nimmst andere Drogen zur vermeintlichen Entspannung
Dies geht häufig einher mit einem langen Arbeitstag. Für viele Menschen ist Alkohol die Möglichkeit sich vermeintlich zu entspannen. Wenn es jedoch zur Regelmäßigkeit wird, kann es schnell Teil einer Strategie sein, keine Intimität zulassen zu müssen, Dinge „zu vergessen“ und Gefühle zu unterdrücken, die ein Tor zu mehr Nähe wären. Gleiches trifft zu, wenn Du genau dann raus gehst zum Rauchen oder andere Drogen nimmst, wenn sich die Tür für tiefere Gespräche und einen höheren Grad an Intensität öffnet.

·         Du lädst ständig Leute ein oder bist ständig unter Leuten
Es gibt auch Paare, die ständig Leute zu sich nach Hause einladen oder sich mit Freunden zum Essen oder in der Kneipe treffen. Dies ist eine perfekte Möglichkeit, sich im außen zu verlieren und keinen Raum für Intimität zu schaffen. Wenn andere Menschen um Dich herum sind, kannst Du mit Deinem Partner/Deiner Partnerin an der Oberfläche bleiben.

·         Deine Aufmerksamkeit ist nur noch auf den Kindern
Falls Du Kinder hast, kann eine sehr clevere Strategie sein, Intimität mit Deinem Partner zu vermeiden, indem Du Deine Aufmerksamkeit nur noch auf die Kinder legst. Kinder brauchen schließlich Aufmerksamkeit. Gleichzeitig ist es sehr leicht – und für den ein oder anderen eine willkommene Möglichkeit - sich in den Kindern zu verlieren und die Beziehung zum Partner aus den Augen zu verlieren.

·         Es dreht sich nur noch um logistische Details
Eine Falle in Sachen Intimität ist auch, dass Du mit Deinem Partner/Deiner Partnerin nur noch über alltägliche, logistische Details sprichst. Wenn Ihr beide nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommt, geht es möglicherweise nur noch darum, wer das Auto in die Werkstatt, die Kinder zum Wanderausflug und die Schwiegermutter zum Arzt bringt. Das Gemeine daran ist, dass Du möglicherweise denkst, dass aber doch genau diese Dinge so ungemein wichtig und klärungsbedürftig sind. Diese Art von miteinander sprechen kann sich sogar ansatzweise so anfühlen, als wäre es ein intimer Moment (immerhin sprecht Ihr überhaupt miteinander). Doch zieh einmal in Betracht, dass es einen Punkt gibt, an dem die Logistik eigentlich geklärt ist und sich eine andere Tür auftun könnte, die Du nicht nutzt. Stattdessen ist es sicherer in der Logistik stecken zu bleiben.

·         Du brennst für ein Projekt / Ihr brennt beide für ein Projekt
Vielleicht stutzt Du jetzt! Warum vermeidest Du Intimität, wenn Du für ein Projekt brennst? Nun, die Gefahr ist folgende: Wenn Du für ein Projekt wirklich brennst, Deine Kraft und Energie dort wirklich gerne hinein gibst und so begeistert bist, dass es Dich auch noch erfüllt, dann kann es sehr schnell passieren, dass Dich dieses Projekt komplett einnimmt. Dann fühlt es sich möglicherweise so an, als könntest Du nicht aufhören, daran zu arbeiten. Dann denkst Du ständig daran, erzählst nur noch davon und bist in einer Art energetischer Projektwolke absorbiert.

Dies kann übrigens auch passieren, wenn Du mit Deinem Partner/Deiner Partnerin gemeinsam für ein Projekt brennst und Ihr gemeinsam dafür arbeitet. In dem Fall kann es passieren, dass Ihr das gemeinsame Arbeiten auf Dauer mit Intimität verwechselt, vor allem wenn Ihr außerhalb Eures Projekts keine anderen Paar-Räume habt und z. B. in den Urlaub fahrt und das Projekt Projekt sein lasst.

·         Du redest zu viel
Intimität kannst Du auch vermeiden, indem Du ständig redest. Du redest über alles und nichts, über andere Personen, den Job, die neuesten Gerüchte aus der Stadt, Klatsch und Tratsch, Politik, Du nörgelst an Deinem Partner/Deine Partnerin herum und beschwerst Dich, etc. Du redest, damit bloß keine Stille aufkommen und die Intensität steigen kann.

·         Du machst übermäßig viel Sport
Eine weitere Strategie, um Intimität zu vermeiden kann auch die sein, dass Du extrem viel Sport machst, möglicherweise sogar Sport, der viel Zeit in Anspruch nimmt (Du trainierst für einen Marathon nach dem anderen, gehst jeden Tag 3 Stunden in die Fitnessbude, etc.).

·         Du wahrst die Harmonie und sammelst Groll
Wenn Du versuchst, die Harmonie in Deiner Beziehung zu wahren und Dinge nicht ansprichst, die Dir am Herzen liegen, oder die Dich möglicherweise stören, dann vermeidest Du ebenfalls Intimität. Dann lebst Du in der Illusion von Friede-Freude-Eierkuchen, erreichst jedoch keinen höheren Grad an Intimität über möglicherweise intensive Gespräche. Es kann auch passieren, dass Du Groll herunterschluckst, um den Frieden nicht zu stören. Die Krux ist nur, dass jeder einzelne Grollpunkt, den Du sammelst, Nähe und Intimität ein stückweit zerstört, egal wie groß der Grollpunkt ist.

·         Du machst schlichtweg zu viele Dinge auf einmal:
Wenn Du zu viele Dinge auf einmal anpackst, dann kann es schnell passieren, dass Du flatterig wirst und in Deiner Geschwindigkeit und all dem Trubel vergisst, dass es Räume für Intimität und Liebe gibt, die eine völlig andere Geschwindigkeit haben. Insbesondere, wenn Dir die Dinge auch noch Spaß machen, kann dies eine Falle sein, denn Du fühlst Dich möglicherweise lebendig bei all Deinen Aktivitäten.

Es gibt noch viele weitere Strategien, um Nähe und Intimität zu vermeiden. Schreibe einmal auf, welches Deine Strategien sind. Frage auch Deinen Partner/Deine Partnerin, welche Strategien Du hast (das könnte übrigens eine sehr interessante Tür für ein tiefgehendes Gespräch sein, durch das mehr Nähe und Intimität entsteht!).


SCHRITT 2: Die Frage nach dem WARUM
Nachdem Du nun ein Bild davon hast, wie leicht es im Alltag ist, Intimität und Nähe zu vermeiden, ist die zweite Frage: WARUM machst Du das? Was genau vermeidest Du damit? Was steckt dahinter?

Überlege wirklich einmal für Dich, warum Du die Strategien zur Vermeidung von Intimität anwendest. Vielleicht möchtest Du verdrängen, dass Deine Beziehung Dich nicht wirklich erfüllt. Ein anderer Grund kann sein, dass Du vor Deinen eigenen Emotionen, Gefühlen und alten Wunden wegläufst, oder vor denen Deines Partners/Deiner Partnerin. Wenn Du Intimität und Nähe immer wieder vermeidest, kann es sein, dass ein Teil in Dir nicht wahrnehmen möchte, was gerade ist. Lieber entfremdest oder distanzierst Du Dich, anstatt diese Gefühle und Stimmungen als Tür zu mehr Intimität zu nutzen.

Die Krux ist, dass sich viele Menschen mehr Nähe und Intimität wünschen, gleichzeitig jedoch die Intensität, die durch Nähe entsteht, nicht aushalten wollen oder können. Sobald Du im Hier und Jetzt mit Deinem Partner/Deiner Partnerin präsent bist, es still wird und Ihr authentisch und verletzlich miteinander seid und sich die Tür für mehr Nähe und Intimität auftut (und das heißt nicht zwangsläufig Sex), können Gefühle in Dir auftauchen. Vielleicht nimmst Du diese zunächst als Unbehagen wahr, doch hinter einem Unbehagen verstecken sich meist unterdrückte Gefühle wie Wut, Freude, Traurigkeit oder Angst.

Wenn Du Räume für Nähe und Intimität öffnen möchtest, geht es darum, dem verletzlichen Teil in Dir zu erlauben, sich zu zeigen. Mit der Sichtweise, dass Gefühle nicht okay sind (wie wir es häufig lernen) kann das jedoch auch schmerzhaft sein oder sich gefährlich anfühlen. Möglicherweise hast Du Angst, weil Du nicht weist, wie Dein Partner/Deine Partnerin reagieren wird, wenn Du mitteilst, dass Du gerne etwas anderes im Bereich Sexualität ausprobieren möchtest. Oder es könnte eine Wut bzw. Groll an die Oberfläche kommen, weil Du einige Dinge, die in Deiner Beziehung nicht in Ordnung sind, bisher nicht ausgesprochen hast. Vielleicht gründet sich Dein Unbehagen aber auch darauf, dass Du Selbstzweifel hast („Ich bin nicht gut genug, nicht schön genug, nicht schlank genug, nicht stark genug….“). Oder Du fühlst Angst oder bist traurig über Deine eigene Schwäche und Unsicherheit. Sei radikal ehrlich mit Dir selbst. Es ist wirklich wertvoll, genau hinzuschauen, warum Du Intimität vermeidest. Das WARUM ist der Schlüssel zu mehr Intimität.

Um Intimität und Nähe in Deiner Beziehung herzustellen, ist es entscheidend, im Jetzt präsent zu sein, wahrzunehmen was ist (inklusive der Gefühle) und das was ist zu nutzen, um die Tür zu nährendem Miteinander zu öffnen.
Hier ein Experiment, wie Du in Deiner Beziehung wieder mehr Nähe und Intimität erschaffen kannst:

Experiment in Nähe
Vereinbare gemeinsam mit Deinem Partner/Deiner Partnerin eine Paar-Zeit, d. h. eine Zeit nur für Euch, ohne Kinder, ohne Freunde, ohne Logistik oder ToDo Listen. Setzt Euch gegenüber voneinander hin (für mehr Intensität ist idealerweise kein Tisch zwischen Euch). Schaut Euch zunächst einmal 3-5 Minuten nur in die Augen. Lasst Euch gegenseitig sehen. Es geht nicht darum, wer es länger aushält oder wer zuerst lacht. Das ist eine andere Absicht. Die Absicht hierbei ist, dass Ihr wieder miteinander andockt und Euch seht.

Nach den Minuten stillen Sitzens, eröffnet Ihr einen Mitteilungs-Raum. Du beginnst, authentisch aufrichtig zu teilen, wie es Dir gerade geht. Was fühlst Du? Was bewegt Dich? Wo stehst Du gerade. Der andere hört nur zu und sagt NICHTS! Idealerweise zeigt die andere Person auch keinerlei Mimik oder Gestik, die Dich manipulieren könnte, in einer bestimmten Richtung weiter zu erzählen (also kein Nicken, kein Lächeln…). Du teilst aufrichtig und verletzlich aus Deinem Herzen, wie es Dir geht. Wenn Du zu Ende gesprochen hast, ist Dein Partner/Deine Partnerin dran und Du hörst nur zu.

Es geht nicht darum, zu diskutieren, zu analysieren oder zu psychologisieren. Es geht darum, dass Ihr Euch authentisch, verletzlich und aufrichtig mitteilt. Hier und Jetzt. Es zählt nur dieser Moment. Kein Morgen, kein Gestern. Diese Art des Teilens wird bereits für einen großen Unterschied in Deiner Beziehung sorgen. Wenn Du Angst spürst dies zu tun, so ist es absolut angemessen. Du begibst Dich in unbekanntes Gebiet. Du weißt vielleicht nicht, wie es geht. Vertraue dieser Angst. Vertraue den Gefühlen in Dir und sprich sie aus (Du kannst sogar die Angst darüber teilen, dass Du nicht weißt, wie es geht). Gefühle sind neutrale Energie und Information, die Dir dienen und sie sind ein großartiger Schlüssel für Räume voller Nähe und Vertrautheit.

Intimität und Nähe sind nicht etwas, das Du einmal in Deiner Beziehung erschaffst und dann für immer hast. Das wäre schön. Doch es ist notwendig, achtsam zu sein und diese Räume immer wieder bewusst zu erschaffen, von Moment zu Moment, damit Deine Beziehung weiterhin blühen kann. Bist Du Bereit die Verantwortung für mehr Intimität und Nähe in Deiner Beziehung zu übernehmen?

In diesem Sinne, viel Spaß beim Experimentieren.

Herzliche Grüße, 
Nicola


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Dienstag, 16. Oktober 2018

Die kraftvolle Wirkung von Verbindlichkeit auf Dein Leben!


Hast Du Dir einmal überlegt, inwieweit Verbindlichkeit Einfluss auf Dein Leben hat und wie verbindlich Du selbst tatsächlich bist?

Um diese Frage beantworten zu können, ist es hilfreich zunächst einmal zu schauen, was Verbindlichkeit genau bedeutet. Wikipedia bietet hierzu eine sehr treffende Definition:

Verbindlichkeit bezeichnet die Konsequenz, Ausdauer, beziehungsweise Standhaftigkeit, mit der eine Person – teils unter widrigen Umständen – zu einer Zusage oder Absichtserklärung (…) steht, die sie einer anderen Person oder anderen Personen gemacht hat. Sie gilt vielen als zwingende Voraussetzung für einen fairen und korrekten Umgang miteinander und impliziert Verlässlichkeit.

Verbindlichkeit ist somit an sich eine kraftvolle Qualität. Doch gerade diese Qualität scheint  in der modernen Multi-Options-Gesellschaft immer mehr in Vergessenheit zu geraten. Stattdessen wollen viele Menschen alle Möglichkeiten haben und sich auch alle Möglichkeiten bis zum Schluss offen halten, denn schließlich kann man nie wissen, ob nicht doch noch eine bessere Option, ein besseres Angebot oder eine bessere Party kommt. Nicht umsonst kannst Du auf einigen Social Media Plattformen, bei der Frage, ob Du an einer Veranstaltung teilnimmst, auf „vielleicht“ klicken, um Dich bloß nicht festlegen zu müssen.

In Zeiten von Facebook, WhatsApp und Co. ist es ein leichtes geworden, vereinbarte Termine, ausgemachte Verabredungen oder zugesagte Tätigkeiten wieder abzusagen. Da reicht eine kurze Nachricht mit den Worten „Du, geht doch nicht! Sorry!“ Es ist noch nicht einmal mehr notwendig, die andere Person persönlich anzurufen.

Verbindlichkeit scheint zunehmend uncool zu sein. Es gibt Menschen, die nennen Verbindlichkeit sogar spießig und altmodisch. Stattdessen rühmen sie sich damit, ohne Verbindlichkeit frei, ungebunden und extrem flexible zu sein.

Flexibilität, Freiheit und Kreativität sind entscheidende Aspekte in Zeiten schneller Veränderung. Es gibt jedoch einen Unterschied, ob Du flexibel sein kannst bei gleichzeitiger Verbindlichkeit, oder ob Du Dich in Deinem Leben einer unzuverlässigen und damit unverbindlichen Beliebigkeit und Wurstigkeit hingibst. Wenn Du das Thema Verlässlichkeit komplett außen vor lässt und dadurch in Deinem Leben keine Verbindlichkeit mehr besteht, dann musst Du Dich nicht wundern, wenn Du im Leben nicht wirklich voran kommst.

Stell Dir einmal folgende Fragen und beantworte sie für Dich radikal ehrlich: 

·         Wo bist Du nicht verbindlich?
·         Wo stehst Du nicht in letzter Konsequenz zu Deiner Entscheidung?
·         Was ist Deine Angst, wenn Du Dich verbindlich entscheiden müsstest?
·         Was ist die Angst hinter dieser Angst?

Zieh einmal in Betracht, dass Du Dich selbst betrügst, wenn Du das Thema Verbindlichkeit sehr locker siehst. Inwieweit? Nun, wenn Du gegenüber anderen unverbindlich bist, bist Du mit großer Wahrscheinlichkeit Dir selbst gegenüber auch unverbindlich. Das zeigt sich beispielsweise darin, dass Deine Entscheidungen keine Kraft haben und Du letztendlich Deine Ziele nicht erreichst, Deine Träume und Wünsche nicht manifestieren kannst, und Deine Freundschaften und Beziehungen nicht die Tiefe erreichen, nach der Du Dich sehnst. Bei fehlender Verbindlichkeit verpuffen Deine Entscheidungen wie eine Seifenblase, weil mit der Entscheidung keine Verpflichtung einhergeht.

Um es mit den Worten von Dr. Stefan Frädrich zu sagen: „Wenn keine Verbindlichkeit mehr besteht, gibt es eigentlich kein Leben, denn dann ist nichts mehr fest, dann ist alles orientierungslos, dann gibt es kein oben, unten, rechts, links, dann gibt es keinen inneren Kompass, dann ist eigentlich alles egal.“

Verbindlichkeit ist jedoch eine entscheidende Kraft, die Du im Leben brauchst, um Deinen Weg zu gehen, erfüllende, respektvolle Beziehungen zu erschaffen und Deine Bestimmung zu leben.

Verbindlichkeit impliziert Verlässlichkeit
Verbindlichkeit hat etwas mit Disziplin und auch mit Respekt zu tun. Respekt gegenüber Dir selbst und der anderen Person. Wenn Du bei Terminzusagen und Verabredungen unzuverlässig und unverbindlich bist, dann erhält die andere Person unbewusst von Dir die Botschaft „Du bist mir egal“ oder „Das Thema ist mir egal“, was letztendlich nicht gerade förderlich für Eure Beziehung ist. Wir sprechen hier nicht von dem Fall, dass Du unerwartet mit Grippe im Bett liegst und deswegen einen Termin absagen musst. Vielmehr geht es um die launenhafte Beliebigkeit, mit der in letzter Minute Zu- oder Absagen gemacht und Entscheidungen verwässert werden, wie ein Fähnchen, das sich im Wind dreht.

Das, was Verbindlichkeit von Beliebigkeit unterscheidet ist der Definitions-Teil „standhaft – teils unter widrigen Umständen…“  Genau das macht Verbindlichkeit aus. Du bist verbindlich, wenn Du Dich nicht bei jeder noch so kleinen Gefühlsschwankung von Deiner Entscheidung abbringen bzw. Dich durch andere Dinge ablenken lässt.

Hier ein Alltags-Beispiel: Ich wurde von einer Bekannten gefragt, ob ich sie bei einer Abend-Veranstaltung unterstützen könnte. Die Veranstaltung sollte 3 Wochen später sein. Ich sagte zu. Am eigentlichen Veranstaltungstag hatte ich bereits 2 volle Wochen mit Trainings hinter mir und war ziemlich müde. Es wäre ein leichtes gewesen aus genau diesem Grund abzusagen. Doch ich hatte mich verpflichtet. Die Bekannte zählte auf mich und mir war die Verbindung wichtig. Also fuhr ich zu der Veranstaltung und hatte trotzdem einen netten Abend. Es steht außer Frage, dass sie diesen Abend alleine hätte meistern können, doch Verbindlichkeit bedeutet eben, die Konsequenz zu tragen, auch wenn die Umstände etwas unbequemer werden.

Wenn Du verbindlich bist, dann können andere auf Dich zählen. Die Menschen in Deinem Umfeld und auch das Universum wissen in dem Fall, dass Du da bist, wenn es drauf ankommt und dadurch entsteht letztendlich eine besondere Art von Verbindung.


Der Schlüssel für Verbindung ist Verbindlichkeit
Genau da liegt jedoch die Krux. Viele Menschen sehnen sich in der schnell-lebigen Zeit nach Erdung und vor allem nach Verbindung, schaffen es jedoch gleichzeitig nicht, sich festzulegen, standhaft zu sein und damit verbindlich zu sein.

Der Schlüssel für Verbindung ist jedoch Verbindlichkeit. Ohne Verbindlichkeit ist langfristig keine stabile und erfüllende Verbindung zu anderen Menschen, zu Familie, Freunden oder Kollegen möglich, ganz zu schweigen von der Verbindung zur universellen Kraft. Verbindlichkeit fängt mit Verlässlichkeit an. Was haben die Leute sonst von Dir, wenn Du nicht verlässlich bist? Was hat das Universum von Dir, wenn Du nicht verlässlich bist? Sobald Du Dich verbindlich für etwas entscheidest, sendest Du automatisch eine Botschaft aus, dass es Dir ernst ist. Wenn Du Dich nicht entscheidest, nicht festlegst, unzuverlässig und unverbindlich bist, dann reagiert das Universum entsprechend und kann Dich auf Deinem Weg nicht unterstützen und nicht weiterbringen. Das bedeutet, die Verpflichtung und die verbindliche Entscheidung kommen zuerst, selbst wenn Du nicht weist, wie es geht.

Wenn Du Dich beispielsweise verbindlich dafür entscheidest, Deine Bestimmung zu finden ohne zu wissen, wie es geht und Du dann konsequent den Tätigkeiten folgst, die Dich inspirieren und Dir Freude machen und Du Ausschau hältst, was Dich weiterbringt, dann weis das Universum, dass es sich auf Dich verlassen kann. Als Konsequenz wird es Dir neue, ungeahnte Möglichkeiten liefern, die Dich Deiner Bestimmung näher bringen. Sobald Du Dich verbindlich und mit ganzem Herzen für eine Sache entscheidest (egal wie vermeintlich groß oder klein die Entscheidung ist) eröffnet sich die Möglichkeit der Möglichkeiten.

Um Dich verbindlich entscheiden zu können, ist es hilfreich, wenn Du Zugang zu Deiner Wutkraft hast, sprich zu Deinem inneren Krieger oder der inneren Kriegerin. Auch wenn uns in der Gesellschaft eingetrichtert wird, dass Wut – wie die anderen Gefühle auch – nicht okay ist, zieh einmal in Betracht, dass die die Wutkraft neutrale Energie und Information ist, die Dir dient, z. B. um Entscheidungen zu treffen, Klarheit zu schaffen, Grenzen zu setzen, diszipliniert voran zu gehen und verbindlich zu sein.

Verbindlichkeit kann jedoch auch in gewisser Weise schmerzhaft sein. Der Schmerz kann sich beispielsweise in Traurigkeit ausdrücken, weil mit der Entscheidung für eine Sache, die anderen Optionen wegfallen und nicht mehr zur Verfügung stehen. Vielleicht kommt auch Angst auf, weil Du Dich fragst, ob Du Dich richtig entschieden hast. Zieh einmal in Betracht, dass Du Dich nicht falsch entscheiden kannst. Wenn Du eine verbindliche Entscheidung triffst, triffst Du eine Entscheidung. Punkt. Es gibt kein richtig und kein falsch. Jede Entscheidung hat einfach Konsequenzen. Wenn die Konsequenzen nicht so sind, wie Du sie Dir vorgestellt hast, ist es einfach ein Hinweis, Deinen Kurs anzupassen und in eine andere Richtung zu steuern. Das nennt sich schnelles Lernen. In diesem Zusammenhang kann Verbindlichkeit aus einer neuen Perspektive gesehen wirklich Spaßmachen und als wertvoller Kompass dienen.

Im Folgenden findest Du eine Gegenüberstellung der alten und neuen Sichtweise auf Verbindlichkeit.


Verbindlichkeit – Alte Sicht
Verbindlichkeit – Neue Sicht
uncool
respektvoll
altmodisch
schafft Verbindung
spießig
kraftvoll
schwer, ernst
eröffnet neue Chancen
macht unfrei
macht frei
engt ein
standhaft
unflexibel
bringt Dich voran
macht keinen Spaß
macht Spaß
linear, starr
wertvoller Kompass
Rigide, steif
klare Ausrichtung
begrenzt die Möglichkeiten
die verbindliche Entscheidung für eine Möglichkeit eröffnet die Möglichkeit neuer Möglichkeiten.

Was in Deinem Leben ist Dir wirklich wichtig?
Was fehlt Dir im Leben?
Was würdest Du in Deinem Leben gerne verändern?
Welche Art von Beziehung möchtest Du leben?
Welche Art von Tätigkeit wünschst Du Dir?
Welchen Umgang wünschst Du Dir mit anderen?

Bist Du bereit, für all das selbst verbindlich einzustehen und die Quelle dessen zu sein?

Herzlich verbindliche Grüße, 
Nicola


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