Mittwoch, 21. Juli 2010

Dein Talent ist Deine Bestimmung

Kürzlich hörte ich einen Satz, der mich berührt und gleichzeitig inspiriert hat: Überlege nicht, was die Welt braucht. Überlege stattdessen, was Dich lebendig sein lässt, denn die Welt braucht lebendige Menschen.


Doch wie werden wir lebendig?


In unserer patriarchischen Gesellschaft werden wir dazu erzogen als Planeten zu leben, anstatt als Sterne. Planeten absorbieren mehr Energie, als sie abgeben. Als Planeten lernen wir zu konsumieren, uns anzupassen, nicht aus dem Rahmen zu fallen, zu imitieren und Regeln zu befolgen. Schon in der Schule werden wir dazu gezwungen, Sachen zu lernen, die uns nicht interessieren. Uns wird beigebracht, dass es wichtig ist zu wissen. Also stopfen wir immer mehr Wissen in uns hinein. Uns wird gelehrt, dass es besser ist, etwas zu studieren, was Sinn macht, also ein Fach, dass uns später einen sicheren Job beschert, denn alles andere ist schließlich eine brotlose Kunst. Und die Versicherungen machen uns glauben, dass wir uns gegen alles Mögliche versichern müssen, um ja ein erfülltes, sicheres Leben führen zu können, in dem alles nach Plan läuft (Film-Tipp: Surrogates mit Bruce Willis). Dadurch, dass wir der Bequemlichkeit erliegen und das Leben in der uns bekannten Marshmellow-Komfort-Zone leben, schlafen wir ein. Wir stumpfen ab. Wir versuchen, den Lebensfunken über den Partner oder schöne Urlaube am Leuchten zu halten, doch die Inspiration, dieser Funke, der uns eigentlich antreibt und lichterloh brennen lässt, erlischt. Wir funktionieren und finden Gründe, warum wir etwas nicht tun können. Manchmal sind die Umstände Schuld, dann der Job, das nächste Mal die Kinder und überhaupt, was sollen denn die Nachbarn denken. Doch wie Werner Erhard bereits sagte: „Es gibt nur 2 Dinge im Leben: Bullshit und Nichts.“


Ein Stern hingegen gibt mehr Energie ab, als er absorbiert. Als Sterne strahlen wir. Wir sind dann in der Lage zu kreieren, zu führen, andere zu begeistern und ein sinnerfülltes Leben zu leben. Wir sind unsere eigene Autorität, sind inspiriert und erschaffen neue Möglichkeiten für unser Leben und unser Umfeld. Doch um als Stern strahlen zu können, ist es wichtig nach innen zu schauen und nicht im Außen zu suchen. Jeder Mensch ist einzigartig. Jeder von uns hat ein Geschenk, ein Talent zu geben. Dein Talent ist Deine Bestimmung.


Gefährliche Frage: Wie viele Menschen arbeiten heute in einem Beruf, der sie nicht erfüllt, mit dem Grund Geld verdienen zu müssen? Was bringt es uns, jahrelang einen Job zu machen, der uns eingehen lässt wie eine Blume ohne Wasser? Ein Job, der das Profitstreben und die Machtgier der Unternehmen unterstützt, aber nicht unsere Seele nährt. Wo ist der Mut geblieben, den Schritt ins Unbekannte zu wagen und das zu tun, was den Lebensfunken in uns zum Lodern bringt?


Die gute Nachricht: es IST möglich als Stern zu leuchten. Es ist möglich zu „Ersternen“ und vom Planeten zum Stern zu werden. Um als Sterne strahlen zu können, verbinden wir uns wieder mit unseren archetypischen Kräften: unseren Gefühlen. Unsere Gefühle (derer es nur vier gibt, nämlich Wut, Freude, Traurigkeit und Angst) sind ursprünglich neutrale Energie und Information, die uns professionell dienen. In der Schule lernen wir jedoch nichts über Gefühle. Wir lernen stattdessen, sie wegzusperren. So reichhaltig ist das Angebot in unserer Gesellschaft, nicht fühlen zu müssen: Fernsehen, Drogen, Alkohol, Zeitungen, Internet. Doch wenn wir unsere Gefühle wieder in Besitz nehmen, wenn wir wieder lernen, bewusst zu fühlen, dann haben wir den goldenen Schlüssel in der Hand (Buch-Tipp: Die Kraft des bewussten Fühlens von Clinton Callahan). Indem wir wieder lernen, bewusst zu fühlen, erlangen wir unglaubliche Klarheit über das, was wir wirklich wollen. Und Klarheit entfacht unstillbare Inspiration. Menschen sind dazu entworfen, zu fliegen und als Sterne zu strahlen.


Es gibt jedoch einen Haken: wenn du nicht die Verantwortung übernimmst, dich dafür zu ENT-SCHEIDEN, dann passiert nichts. Und nur du kannst Verantwortung für dein Leben übernehmen. Nicht deine Eltern, nicht deine Lehrer, nicht die Umstände, nicht dein Chef, nicht dein Partner. Es gibt kein „wir“, wenn es zu Verantwortung kommt. Es liegt allein an dir, dich dafür zu entscheiden, als Stern zu strahlen und deine Bestimmung zu leben. Das kann dir niemand abnehmen. Ich war vor ca. 3 Jahren an genau diesem Punkt. Ich wusste intuitiv, dass da mehr war, als der Job, dem ich damals nachging. Ich spürte, dass es so etwas wie meine Bestimmung wirklich gab und ich mich nur auf den Weg machen musste, um sie zu finden. Und in dem Moment, als ich mich tatsächlich dafür entschied, meine Bestimmung zu finden, hat sich das Universum in Bewegung gesetzt. Spannend, oder? Nicht DU bewegst dich. Das Universum bewegt sich. Es bewegt sich, sobald DU für DICH eine Entscheidung triffst. Solange du sagst „Ich weiß nicht wie“, oder „was soll ich nur tun“, oder „ich wünschte, es wäre anders“ (und das konnte ich früher auch gut!) weiß das Universum auch nicht, wie es sich bewegen soll bzw. es sorgt dafür, dass du dir weiterhin Dinge wünschst und wünschst und wünschst, aber sie sich eben nicht manifestieren. Wir leben in einem verantwortlichen Universum, das auf Evolution ausgerichtet ist. Wenn wir uns nicht entwickeln, dann verpasst uns das Universum vielleicht eine kleine oder auch größere Warnung. Dann hast du einen Unfall, wirst krank, dein Haus brennt ab oder du tappst einfach in ein Problem nach dem anderen und das Leben läuft einfach nicht rund. Das Universum ist darauf ausgerichtet, dass wir uns entwickeln und nicht einschlafen. Wir sind die Quelle der Evolution.


In meinem Fall war es so, dass mir eine liebe Freundin, kurz nachdem ich mich ENT-SCHIEDEN hatte, aus dem Nichts heraus sagte: „Du ich weiß nicht warum ich dir das sage, aber ich habe das Gefühl, es ist wichtig für dich zu wissen, dass es in München die Akademie von Clinton Callahan gibt, der fantastische Persönlichkeitstrainings und auch ein Trainer-Programm anbietet.“ So fing es für mich an. Ich hatte vorher keine Ahnung, wie meine Bestimmung genau aussehen würde. Ich hatte zwar immer schon Interesse an Weiterentwicklung und Zusammenarbeit mit Menschen, hatte jedoch keinerlei Bild oder Vision. Erst kürzlich fiel mir ein, dass ich als Kind den Traum hatte Lehrerin zu sein, aber nicht im klassischen Sinn. Schon bald, nachdem ich in das Trainer-Programm eingestiegen war, hatte ich eine klare Vision. Ich war genau am richtigen Platz.


Heute bin ich von tiefer Dankbarkeit erfüllt, meine Bestimmung als Possibility Trainerin leben zu können. Das macht mich lebendig. Und ich habe festgestellt, dass der Fokus ein anderer ist, ob ich einen Job mache, der zwar ok ist, aber mich nicht nährt oder ob ich meine Bestimmung lebe. Der Fokus bei meinem alten Job war dieser Gedanke „Ich brauche einen sicheren Job, um Geld zu verdienen, meine Miete zahlen und ein schönes, sicheres Leben führen zu können.“ Der Fokus bei meiner Bestimmung ist der Dienst an den Menschen. Dieser Job ist größer als ich, als mein Ego, als meine Box. Es geht nicht um das Geldverdienen. Es geht darum, lebendig zu sein. Und zu erleben, wie ein Mensch sein Potenzial entfaltet und dieses besondere, lebendige Strahlen in seine Augen tritt, inspiriert und begeistert mich bei meiner Arbeit immer wieder aufs Neue und erfüllt mich mit großer Freude. Dadurch, dass ich meine Bestimmung lebe, ist mein Leben erfüllt, im Fluss und der Lebensfunke brennt lichterloh. Interessanterweise sagte meine Freundin kürzlich zu mir:„Das war mir total klar, dass du diesen Weg gehen würdest. Da habe ich dich immer schon gesehen.“ ACH! Moment, jetzt wird es ja noch einmal spannend. Ich fragte andere Freunde und Bekannte und die sagten ähnliches. ACH! Das ist ja ein Ding! Für die anderen war es also sonnenklar, welche Talente ich habe und wo sie mich sehen.


Hier noch das Beispiel einer Bekannten:
Sie erzählte mir neulich, was alles in ihrer Firma nicht funktioniert und dass sie sich oder andere immer wieder verteidigt und Teams zusammenbringt, damit die Projekte laufen. Ich fragte sie, ob sie Interesse hätte, zu erfahren, wie ich sie sehe. Sie sagte ja. Also brachte ich die einzelnen Talente wie Klarheit bringen, Teams zusammenweben, Selbstbewusstsein, unerschöpfliche Energie haben, Gerechtigkeitssinn zu einem Bündel zusammen und fragte sie, wie sie diese Talente zum Wohle der Menschen einsetzen könne. Ich sehe sie z. B. mit ihren Fähigkeiten in einer nicht-staatlichen Organisation, die sich für Menschen und für ein besseres Miteinander einsetzt. Sie schaute mich an und sagte: „Mmmmh, meine Eltern und meine Schwester sehen mich auch ganz wo anders. Vielleicht ist das tatsächlich eine Richtung. Und ich wollte als Kind eigentlich Anwältin werden.“


Experiment:

Suche dir 5 verschiedene Personen in deinem Umfeld aus. Sprich mit jedem einzeln. Du sitzt oder stehst der anderen Person gegenüber. Bitte achte darauf, dass nichts zwischen euch steht (etwa ein Tisch o. ä.) und du weder die Arme noch die Beine verschränkt hast. Wenn du sitzt, kannst du die Hände z. B. locker auf die Oberschenkel legen. Dann stelle die folgende Frage: „Wo siehst du mein Potenzial? Was denkst du, welche Talente ich habe? Wie siehst du mich?“ Deine Aufgabe besteht nur darin, zuzuhören. Du hörst einfach nur, was dir die anderen sagen. Du diskutierst nicht und machst auch keine lustigen Bemerkungen. Wenn du nicht alles verstehst, was die anderen dir sagen, ist das nicht schlimm. Lass es einfach so stehen. Lass es in dich hinein und lass es einfach wirken. Du wirst erstaunt sein, welche Talente die anderen in dir sehen. Du kannst darüber hinaus einmal versuchen dich daran zu erinnern, was du als Kind gerne werden wolltest. Als Kind sind wir in der Regel authentisch, kreativ und unbeschwert und spüren unsere Talente.


Dein Talent ist deine Bestimmung. Entscheide dich dafür, deine Bestimmung zu leben.


Alles Gute,

Nicola Nagel


www.viva-essenza.com