Dienstag, 14. Mai 2019

Die 4 Ebenen von Vermischung, die erfüllende, erwachsene Beziehung auf Augenhöhe verhindern.


(Anmerkung: wenn im Folgenden von „Partner“ die Rede ist, schließt dies der Einfachheit halber gleichermaßen die weibliche Form „Partnerin“ mit ein)

Wenn Du Dich nach erfüllender, erwachsener Beziehung auf Augenhöhe sehnst, Dich jedoch immer wieder in gewöhnlicher Beziehung wiederfindest, so könnte das an einem ganz entscheidenden Aspekt liegen: Der Vermischung von Energien und persönlichen Räumen. Das klingt jetzt zunächst vielleicht merkwürdig, doch ist ein sehr entscheidender Aspekt, warum Paare immer wieder auf der gewöhnlichen Ebene stecken bleiben. Lass uns daher einmal schauen, was es damit auf sich hat.

Was die Evolution von Beziehung angeht, so folgt nach der Flirtphase im Jugendalter, meist das Beziehungsstadium, das als Fusion beschrieben werden kann. In diesem Stadium sind Dramen und Diskussionen üblich. Es ist eine emotionale Achterbahnfahrt, die sich zuerst lebendig anfühlt, letztendlich jedoch sehr energieraubend ist. Es besteht eine gewisse Ko-Abhängigkeit zwischen den Partnern. Diese Ko-Abhängigkeit führt dazu, dass Du möglicherweise meinst, der Partner „gehört“ Dir oder Du „brauchst ihn“. Diese Art von Beziehung ist jedoch keine erwachsene Beziehung auf Augenhöhe, in der jeder bei sich ist und klar und kraftvoll für sich stehen kann.

Der nächste Schritt in der Evolution von Beziehung wäre der Schritt in die erwachsene Beziehung auf Augenhöhe. Diese basiert auf Verantwortung, gegenseitigem Respekt und Ko-Kreation anstatt Ko-Abhängigkeit. Jeder Partner ist in seiner Kraft. Die Beziehung ist nährend und erfüllend. Doch wir lernen nichts darüber, wie der Schritt von der Fusion zu einer erwachsenen Beziehung gelingen kann. So passiert es, dass die meisten in dem Stadium der Fusion hängen bleiben. Eine der Hauptursachen dafür ist die Vermischung von Energien und Räumen auf unterschiedlichen Ebenen. Solche Vermischungen finden in der Regel unbewusst statt und Du merkst es letztendlich nur an den Resultaten; z. B. daran, dass die Beziehung anstrengend wird und ein fader Nachgeschmack bleibt oder Du und Dein Partner Euch distanziert.

Zieh einmal in Betracht, dass unbewusst auf vier Ebenen einen Vermischung stattfinden kann.

  1. Physische Vermischung
  2. Intellektuelle Vermischung
  3. Emotionale Vermischung
  4. Energetische Vermischung


1. Die Ebene der physischen Vermischung
Wenn physische Vermischung in Beziehung stattfindet, dann vermischt Du gleichzeitig Deinen persönlichen Raum mit dem Deines Partners. Hier sind einige Beispiele für gängige physische Vermischung:
·         Du trinkst einfach aus dem Glas Deines Partners, ohne vorher zu fragen.
·         Im Restaurant oder auch zuhause naschst Du von seinem Teller, ohne zu fragen.
·         Du räumst die Sachen Deines Partners einfach weg, ohne ihm/ihr einen Hinweis zu geben (z. b. zuhause beim Aufräumen oder Putzen).
·         Du gibst Deine Aktivitäten / Sport / Hobbies, die Dich nähren, aus Liebe zum Partner auf (z. B. weil er/sie das nicht teilt).
·         Du schließt Dich dem an, was Dein Partner gerne machen möchte, um es ihm recht zu machen.
·         Du benutzt die Sachen (Handy, Fahrrad, Klamotten, etc.) Deines Partners, ohne zu fragen, getreu dem Motto „er/sie wird schon nichts dagegen haben.“
·         Du zupfst regelmäßig an ihm herum, machst z. B. eine Fluse von seinem Pullover, ziehst seinen Hemdkragen gerade, o. ä.
·         Du berührst ihn ständig – unabhängig vom Rumzupfen –, um Liebe zu bekommen.
·         etc.

Dein Experiment: Hast Du das schon erlebt bzw. selbst gemacht? Prüfe genau, welche physischen Vermischungen in Deiner Beziehung möglicherweise „normal“ sind und unbewusst ablaufen.


2. Die Ebene der intellektuellen Vermischung
Intellektuelle Vermischung hat einen etwas anderen Drall als die physische Vermischung. Intellektuelle Vermischung findet zum Beispiel in folgenden Situationen statt:
·         Du gleichst Deine Meinung an die Deines Partners an und stellst damit Dein Fähnchen nach dem Wind, damit er Dich mag. Das Gemeine daran ist, dass Du dann auch noch glaubst, die übernommene Meinung sei tatsächlich Deine.
·         Auf eine klare Entscheidungsfrage Deines Partners antwortest Du „Och, ich weiß nicht, entscheide Du.“ oder „Was würdest Du denn gerne machen?“
·         Du kontrollierst Deinen Partner, indem Du z. B. in seinem Handy spionierst, Kontrollanrufe machst, wo er denn gerade ist, etc.
·         Du fragst Dich ständig, was Dein Partner wohl gerade denkt.
·         Du meinst, für den Partner mitdenken zu müssen (z. B. weil Du meinst, er vergisst eventuell etwas).
·         Du meinst, Deinem Partner sagen zu müssen, wie er/sie etwas zu tun hat
·         Wenn Dein Partner ein Problem hat, meinst Du, es sei automatisch auch Dein Problem. Du löst seine/ihre Probleme oder machst ungefragt Lösungsvorschläge.
·         Im Restaurant bestellst Du für Deinen Partner, ohne ihn vorher zu fragen.
·         Auf einer Party, antwortest Du auf die Frage, was denn Dein Partner trinken möchte (angenommen er/sie ist gerade auf der Toilette), mit einer ungeprüften Annahme und sagst z. B. „Er trinkt immer Bier.“ (anstatt zu sagen: „Ich weiß es nicht. Frage ihn bitte selbst, wenn er von der Toilette zurück kommt.“)
·         Du bevormundest Deinen Partner.
·         Du weist ihn/sie immer wieder zu Recht (am besten auch vor anderen). Wenn er/sie beispielsweise eine Geschichte im Beisein von Freunden erzählt, korrigierst Du ihn und erzählst, wie es Deiner Meinung nach wirklich war.
·         Du überträgst Deine Glaubenssätze auf Deinen Partner und gehst davon aus, dass er doch genauso denken muss wie Du.
·         Du verwechselst gemeinsames Arbeiten (z. B. im Büro an einem Projekt) mit Nähe und vergisst darüber, dass es auch noch eine andere Art von Nahrung und Nähe gibt in der Ihr als Paar miteinander sein könnt.
·         Etc.

Dein Experiment: Sei radikal ehrlich: welche dieser Punkte kennst Du selbst? Welche weiteren intellektuellen Vermischungen fallen Dir in Deiner Beziehung noch auf?


3. Die Ebene der emotionalen Vermischung
Die dritte Ebene ist die sogenannte emotionale Vermischung. Diese Art von Vermischung tritt meist dann auf, wenn Du emotional reagierst. Eine Emotion stammt entweder aus Deiner Vergangenheit (Kind-Emotion), ist von anderen übernommen (Eltern-Emotion) oder wird von Deinem Gremlin (Deinem eigenen Schattenanteil) aus dem Nichts inszeniert, um Nähe und Vertrautheit zu zerstören. Hier sind einige Beispiele für emotionale Vermischung:
·         Du versuchst Deine Gefühle unter der Decke zu halten, um die Harmonie zu wahren. Du nutzt z. B. Deine Wutkraft nicht, um klare Grenzen zu setzen.
·         Du machst Deine Laune von der Laune Deines Partners abhängig.
·         Du hast Schuldgefühle, wenn Dein Partner etwas fühlt (z. B. wütend, ängstlich, traurig ist).
·         Du reagierst emotional und unverantwortlich, wenn Dein Partner einen roten Knopf bei Dir drückt.
·         Du hast keine Klarheit über den Unterschied zwischen Gefühlen und Emotionen und denkst jede Emotion, die Dein Partner triggert, habe tatsächlich etwas mit ihm/ihr zu tun.
·         Du hast Verlustangst, wenn Dein Partner alleine etwas unternehmen will.
·         Du bist eifersüchtig, wenn Dein Partner sich mit anderen unterhält oder abends weggeht.
·         Du rächst Dich immer wieder an Deinem Partner, wenn er Dir vermeintlich etwas angetan hat.
·         Du findest Dich oft in der Opferrolle wieder.
·         Du beschuldigst Deinen Partner, setzt ihn/sie ins Unrecht, beschuldigst Deinen Partner und beschwerst Dich gerne.
·         Du hast unausgesprochene Erwartungen und bist immer wieder enttäuscht, dass Dein Partner sie nicht erfüllt.
·         Du reagierst trotzig, wenn Dein Partner die Dinge nicht so macht, wie Du sie gerne hättest.
·         Etc. 

Dein Experiment: Halte Rückschau auf Deine Beziehung(en). In welcher Form bist Du emotional vermischt? Wie zeigt sich das? Was ist typisch für Deine Beziehung auf dieser Ebene der Vermischung?


4. Die Ebene der energetische Vermischung
Die vierte Ebene der energetischen Vermischung ist möglicherweise am Schwierigsten greifbar. Gleichzeitig ist es die Ebene, die bei allen anderen Vermischung fast automatisch mit involviert ist. Hier sind Beispiele für energetische Vermischung:

·         Du bist energetisch im persönlichen Raum Deines Partners. Das bedeutet z. B., dass Du scheinbar normal neben ihm sitzt, Du ihn jedoch mit Deiner Energie komplett absorbierst. Dann wird es eine für andere spürbar klebrige Verbindung.
·         Du bist raum-einnehmend.
·         Aufgrund von unbewussten Mustern (z. B. Erlebnissen und Entscheidungen aus der Kindheit) klammerst Du energetisch (d. h. Du musst noch nicht einmal etwas tun oder sagen und es ist schon für den anderen spürbar).
·         Du bist bedürftig und wie ein kleines Mädchen/ein kleiner Junge.
·         Du bist die Quelle von Mangel anstatt von Fülle, d. h. es gibt für Dich nicht genug Liebe, nicht genug Anerkennung, etc.
·         Du suchst die Liebe im Außen.
·         Du projizierst unbewusst Deinen Vater/Deine Mutter auf den Partner. Das Gemeine daran ist, dass es unbewusst passiert und Du es selbst gar nicht mitbekommst. Du siehst es auch in diesem Fall nur an den Resultaten (z. B. in Form von Missverständnissen, Streit, Genervt-Sein).
·         Du „bedenkst“ den anderen energetisch (also aus der Entfernung) und spürst ständig zu ihm/ihr hin, weil Du Dir Sorgen um ihn/sie machst und Deine eigenen Ängste auf ihn/sie projizierst.
·         Du rufst ständig an oder schickst kurze sms oder whatsapp Nachrichten, um oberflächlich in Verbindung zu sein anstatt auf einer tieferen Ebene miteinander zu sein. Es ist als würdest Du permanent sagen „Pieps…hier bin ich“…“Pieps…bist Du auch da?“
·         Du weißt nicht, wer Du bist, wenn Dein Partner nicht da ist und erlebst einen Identitätsverlust (in kleinerem oder größerem Ausmaß). Das passiert beispielsweise dann, wenn Du auf Deinen Partner fokussiert bist und ihn/sie als Deinen Anker im Leben siehst.
·         Dein Partner ist Dein Ein-und-Alles für Dich, d. h. er erfüllt idealerweise alle Rollen von Geliebter, Freund, Mann/Frau, Gefährtin, etc.
·         Etc.

Dein Experiment: Sei erneut radikal ehrlich. In welcher Form bist Du mit Deinem Partner energetisch vermischt? Was läuft unbewusst bei Euch ab auf dieser Ebene?


Es ist sehr häufig so, dass die Ebenen der Vermischung nicht klar zu trennen sind. Wenn Du beispielsweise aufgrund einer Erfahrung in der Kindheit ein bestimmtes Muster entwickelt hast, so ist es sehr wahrscheinlich, dass sich dieses Muster auf allen Vermischungs-Ebenen gleichzeitig zeigt: physisch, intellektuell, emotional und energetisch. Die Ebenen der Vermischung bedingen sich gegenseitig. Wenn Du z. B. auf der physischen Ebene die Vermischungs-Gewohnheit hast, ständig an Deinem Partner herum zu zupfen, so involviert das automatisch auch die energetische Ebene, da Du durch das Rumzupfen auch in seinen persönlichen, energetischen Raum eindringst. Die Grenzen sind also fließend bzw. die Vermischungs-Ebenen überlagern sich. 

Um eine erfüllende, erwachsene Beziehung auf Augenhöhe erschaffen zu können, ist es absolut notwendig, dass Du Dir über die Ebenen der Vermischung klar wirst und beginnst, Dich zu ent-mischen. Entmischung geschieht jedoch nicht nur intellektuell, sondern in allen 4 Bereichen: physisch, intellektuell, emotional und energetisch. Du wirst somit auch etwas fühlen, zwischendrin vielleicht verwirrt sein oder müde. Ein Teil von Dir findet es möglicherweise gar nicht witzig, eine Entmischung durchzuführen. Es kann sogar schmerzhaft sein, dies zu tun, denn es bedeutet, dass Du viele Gewohnheiten aufgibst. Je nach Intensität der Vermischung kann es sich mitunter anfühlen, wie sterben oder so, als würde Dir jemand Deine Identität vom Körper reißen. So fühlt es sich einfach an. Bedenke, dass Du diese alte Vermischung möglicherweise Jahre oder Jahrzehnte gelebt hast, sodass sie sich wie eine zweite Haut anfühlt. Wer bist Du also, wenn diese Vermischung wegfällt? Wie sieht Deine Beziehung aus, wenn diese Vermischung nicht mehr da ist? Du kannst es nicht wissen. 

Doch ziehe einmal in Betracht, dass Du Dich in einen großartigen Raum voller Möglichkeiten begibst. Die einzige Frage, die in diesem Moment relevant ist, ist daher: Bist Du bereit, Dich von Deinem Partner zu entmischen, damit eine erfüllende, erwachsende Beziehung auf Augenhöhe möglich wird?

In 4 Schritten zur Entmischung
Falls Deine Antwort auf die vorherige Frage JA lautete, kannst Du folgende 4 Schritte auf Deinem Weg der Entmischung durchlaufen.

Schritt 1:
Die Entmischung beginnt mit Selbstbeobachtung und radikaler Ehrlichkeit. Schreibe genau auf, welche Art und Ebene von Vermischung Du in Deiner Beziehung wahrnimmst. Bitte auch Deinen Partner und Freunde um Feedback, wo Du für Vermischung sorgst und was sie diesbezüglich an Dir wahrnehmen.


Schritt 2: Stelle Dir immer wieder die Frage nach dem Warum. Warum machst Du das? Woher kennst Du diese Vermischung? Was hast Du in der Vergangenheit erlebt? Wann hat es angefangen?

Schritt 3: Suche Dir einen geschützten Raum, wo Du gegebenenfalls Gefühlsprozesse oder ähnliches machen kannst, um Deine alten Muster und Entscheidungen im Ursprung aufzulösen, die bisher für die Vermischung gesorgt haben.

Schritt 4: Entdecke Dich, Deinen Partner und Deine Beziehung komplett neu. Wisse nicht, wie es geht. Bleibe im Nichtwissen. Probiere neues aus, frage um Feedback, verändere etwas, lerne.
Im Anschluss an diesen Artikel habe ich noch einmal eine Übersicht der 4 Ebenen der Vermischung in Beziehung für Dich erstellt. Diese kannst Du Dir ausdrucken und als Erinnerungsfaktor z. B. am Spiegel im Badezimmer oder einem anderen zentralen Punkt bei dir zuhause anbringen.

Viel Freude beim Experimentieren!

Herzliche Grüße,
Nicola



GIB DEINEM LEBEN EINE NEUE RICHTUNG! 
www.viva-essenza.com

Mittwoch, 13. März 2019

3 Schritte, um in Bewegung zu kommen, wenn Du feststeckst


Steckst Du in dem einen oder anderen Lebensbereich fest, oder hast Du in der Vergangenheit schon einmal festgesteckt? Die meisten werden dies schon erlebt haben. Wenn Du feststeckst, dann hast Du den Eindruck, es geht nicht vorwärts und nicht rückwärts. Eventuell hast Du es auch schon erlebt, dass Sätze wie „Ich weiß nicht, was ich tun soll“ oder „Ich weiß nicht, wie ich es verändern soll“ durch Deinen Kopf. Hier sind zwei Beispiele:

Beispiel 1: „Ich stecke im Job fest“
Stell Dir vor, Du hast einen Chef oder eine Chefin, die enormen Druck ausübt, sodass Du Dich letztendlich in Deinem Job gestresst fühlst. Du bekommst immer mehr Aufgaben und versuchst dieser Aufgaben Herr zu werden, denn schließlich möchtest Du Deinen Job nicht verlieren. Doch eigentlich fragst Du Dich, wie Du das nur schaffen sollst. Du weißt nicht, wie Du aus dem Hamsterrad aussteigen kannst und machst daher weiter wie bisher, möglicherweise so lange, bis Du völlig erschöpft bist und krank wirst.

Beispiel 2: „Ich stecke in meiner Beziehung fest“
Vielleicht steckst Du auch in Deiner Beziehung fest, z. B. in der Form, dass Du Dich mit Deinem Partner/Deiner Partnerin immer wieder in Streits oder Diskussionen wiederfindest und Du mittlerweile der festen Überzeugung bist, dass nichts anderes möglich ist. Eventuell passiert auch genau das Gegenteil und Du steckst fest in der Situation, dass Ihr nicht mehr viel miteinander sprecht, Distanz da ist und Du Dich fragst, welche gemeinsame Basis Ihr eigentlich habt. Du sagst Dir: „Ich würde ja gerne eine andere Art von Nähe und Intimität leben, aber ich weiß nicht wie. Mit ihm/ihr ist das nicht möglich. Jedes Mal, wenn ich es probiere, kommen wir wieder in das alte Muster und streiten. Er/Sie sieht mich einfach nicht.“

Es gibt noch viele andere Beispiele des Feststeckens. Die spannende Frage ist jedoch, wie Du in Bewegung kommst, wenn Du meinst, festzustecken. Dafür ist es notwendig kurz zu beleuchten, wie Du überhaupt in eine festgefahrene Situation kommst.

Wenn Du feststeckst, dann meinst Du in dem Moment, dass nichts anderes möglich ist. Du wünschst Dir vielleicht etwas anderes, weißt aber nicht, wie Du aus der eigentlichen Situation rauskommen sollst. Du deklarierst „Es IST so!“ „Nichts anderes ist möglich.“ „Ich stecke fest“. Das bedeutet, dass Du komplett mit Deinen Gedanken und Geschichten über die Situation identifiziert bist und auch fortlaufend Gründe dafür findest, warum es so ist. Die Welt ist reich an Beweisen, und welche Geschichte Du auch immer untermauern willst, Du wirst die Beweise finden.

Hast Du die festgefahrene Situation, dass Dein Chef ein Idiot ist, dann wirst Du jeden Tag im Job Beweise finden, dass er z. B. schon wieder einen gemeinen Drall in der Stimme hatte, oder nicht gegrüßt hat, oder was auch immer. Wenn Du die festgefahrene Situation in Deiner Beziehung hast, dass Nähe mit Deinem Partner/Deiner Partnerin nicht wirklich möglich ist, dann wirst Du eine Menge Beweise finden, z. B. dass er/sie jeden Abend müde auf dem Sofa liegt, dass er Dir vielleicht schon lange keine Blumen mehr mitgebracht hat, oder sie schon lange nicht mehr „Ich liebe Dich!“ gesagt hat.
In dem Moment, wo Du meinst Festzustecken, bist Du in einer Opfer-Haltung. Du bist Opfer der Umstände, Opfer der Situation, Opfer des Feststeckens. Vielleicht sagst Du jetzt „Ja, toll, und wie komme ich da raus?“ Hier sind 3 wichtigen Schritte, um in Bewegung zu kommen.

SCHRITT 1: Gesteh Dir ein, dass Du feststeckst
Dir einzugestehen, dass Du feststeckst, ist der erste Schritt. Dir das einzugestehen, kann möglicherweise schmerzhaft sein, vor allem wenn Du zu den Menschen gehörst, die normalerweise alles im Griff haben und gerne für alles eine Lösung haben. Um Dir einzugestehen, dass Du feststeckst, mache einmal folgendes Experiment:

·         Schreibe die Lebenssituation auf, in der Du feststeckst. Wer sind die Beteiligten? Worum geht es genau? In welcher Form steckst Du fest? Was passiert da genau?

·         Dann schreibe Deine ganzen Beweise für diese Situation auf. Welches sind konkret die Beweise, die Deine Geschichte des Feststeckens untermauern? Sie präzise. Und sei vor allem radikal ehrlich, auch wenn Du Beweise anführst, die Dir vielleicht peinlich sind. Es liest ja niemand außer Dir. Hier geht es darum, dass Du es Dir selbst eingestehst.


SCHRITT 2: Dein Nutzen, festzustecken
Nun da Du Klarheit über Deine Situation und die ganzen Gründe hast, geht es ans Eingemachte. Ein Teil in Dir möchte diesen zweiten Schritt vielleicht gar nicht machen. Wenn Du wirklich in Bewegung kommen willst, mach ihn trotzdem!

In Schritt 1 hast Du gerade aufgeschrieben, wo Du Opfer des Feststeckens bist. Jetzt geht es darum, dass Du aufschreibst, was Dein Nutzen davon ist. Was ist der Nutzen davon, dass Du feststeckst und immer wieder Beweise für die festgefahrene Situation findest? Möglicherweise sagt eine Stimme in Dir „Wie, Nutzen? Ich habe davon doch keinen Nutzen! Das Feststecken ist Mist! Ich will ja etwas anderes.“ Und doch hast Du einen Nutzen davon, sonst hättest Du bereits etwas anderes im Leben. Es geht darum, dass Du beginnst, Verantwortung für Dein Feststecken zu übernehmen. Beantworte dazu folgende Fragen:

  • Wie hast Du dazu beigetragen, dass Du feststeckst?
  • Was konntest Du durch das Feststecken bisher vermeiden?
  • Was musstest Du nicht tun?
  • Was hast Du dadurch eventuell bekommen?
  • Was war bisher der Nutzen?

Es geht bei diesem Schritt also nicht um die anderen beteiligten Personen, sondern um Dich. Was ist DEIN Nutzen des Feststeckens. Verantwortung für Dein Feststecken zu übernehmen, scheint im ersten Moment nicht fair. Doch wenn Du in Bewegung kommen willst, kommst Du um diesen Schritt nicht herum. Im Folgenden findest Du Schritt 2 angewandt auf die beiden oben genannten Beispiele.


Beispiel 1: Der Nutzen, im Job festzustecken
Lass uns das obige Beispiel wieder hernehmen. Vielleicht hast Du in der Form zum Feststecken im Job beigetragen, dass Du nie glasklar NEIN gesagt und eine Grenze gesetzt hast, als das Arbeitspensum längst erreicht war. Du bist nicht für Dich eingestanden, sondern hast Deine Autorität an Deinen Chef abgegeben und Dich angepasst verhalten. Möglicherweise ist Dein sehr großer Nutzen auch der, dass Du Anerkennung und Aufmerksamkeit von Kollegen oder Deinen Lieben bekommst, wenn Du gestresst nach Hause kommst, weil Du wieder so viel gearbeitet hast. Aufmerksamkeit ist ein toller Nutzen! Vielleicht musst Du Dir bei so viel Stress auch nicht eingestehen, dass Du den Job eigentlich gar nicht machen möchtest. Dadurch musst Du Dich nicht der Angst aussetzen, was passiert, wenn Du kündigst. … und so weiter. Sei radikal ehrlich.

Beispiel 2: Der Nutzen, in Deiner Beziehung festzustecken
Wenn Du mit Deinem Partner immer wieder streitest oder Ihr umgekehrt nicht mehr viel miteinander sprecht und Du in dieser Situation feststeckst, wie hast Du dazu beigetragen und was könnte Dein Nutzen sein? Möglicherweise hast Du in der Form dazu beigetragen, dass Du irgendwann aufgehört hast, Deinen Partner wertzuschätzen. Vielleicht teilst Du auch nicht mehr mit, welche Dinge Dich bewegen. Der Nutzen davon könnte sein, dass Du Dich nicht verletzlich zeigen musst und dadurch nicht riskieren musst verletzt zu werden. Du kannst im Bekannten bleiben. Ein weiterer Nutzen kann auch sein, dass Du Mitleid von Deinen Freunden bekommst, wenn Du Dich bei ihnen über Deine Beziehung beschwerst. Außerdem musst Du Dich nicht der Angst stellen, die aufkommt, wenn echte Nähe und Intensität entsteht. Du siehst, auch da gibt es einen interessanten Nutzen, wenn Du radikale Verantwortung übernimmst.

Schreibe einmal genau auf, was Dein Nutzen ist, wenn Du radikale Verantwortung für Dein Feststecken übernimmst.


SCHRITT 3: Wie lautet Deine Entscheidung?
Nachdem Du nun Klarheit über die Situation, die Beweise dafür und Deinen Nutzen des Feststeckens hast, besteht Schritt 3 darin, eine gefährliche Frage zu beantworten, und zwar aus Deinem Körper heraus, nicht aus Deinem Verstand. Atme, komm in Deinen Körper, spüre in Deinem Körper den Schmerz des Feststeckens ganz bewusst und beantworte aus dem heraus  folgende Frage:
Hast Du lange genug festgesteckt?

Stelle Dir diese Frage ernsthaft und beantworte sie aus Deinem Körper heraus, nicht aus dem Verstand. Falls Deine Antwort JA lautet, kannst Du beginnen, Deine Geschichte zu verändern. Dann bist Du bereit, Deinen bisherigen vermeintlichen Nutzen aufzugeben und etwas völlig neues zu wagen. Dann ist Dir klar, dass Du zu dieser Situation und dem Feststecken beigetragen hast und somit auch Verantwortung übernehmen kannst, etwas Neues zu kreieren.

Ist Deine Antwort NEIN, dann ist das nicht gut und nicht schlecht. Es bedeutet einfach, dass es einen Teil in Dir gibt, der nicht bereit ist, Verantwortung für die Situation zu übernehmen, weil Dein Nutzen noch zu groß ist. Vielleicht erfindest Du dann Geschichten wie „Ja, vielleicht ändert er/sie/die Situation sich ja und dann ist alles anders!“ In dem Fall ist es bequemer für Dich, weiter festzustecken und das Leben an Dir vorbei ziehen zu lassen. Dann machst Du Dir den Schmerz des Feststeckens nicht in seinem vollen Ausmaß bewusst, denn sonst würdest Du etwas verändern. Sei Dir einfach bewusst, dass es Deine kostbare Lebenszeit ist, die Du durch das Feststecken vergeudest. Du bekommst sie nicht zurück.

Etwas zu verändern und aus dem Feststecken herauszukommen kann beängstigend sein. Du verlässt bekanntes Gebiet und probierst vielleicht etwas Neues aus. Es ist absolut angemessen Angst zu haben. Doch anstatt sich von der Angst blockieren zu lassen, kannst Du sie einfach als Indikator dafür nehmen, dass Du aus etwas Bekanntem ausbrichst und nicht weißt, was dann passiert. Das braucht Mut. Vielleicht hilft es Dir, an dem Punkt dann folgendes in Betracht zu ziehen:

Mut ist nicht das Ausbleiben von Angst.
Mut ist die Entscheidung, dass etwas anderes wichtiger ist, als die Angst.

Ziehe zudem einmal in Betracht, dass Du nicht bereits wissen musst, wie das Neue geht. Du musst es auch nicht alleine tun, sondern kannst Dir jederzeit Unterstützung holen in Form von Freunden, erfahrenen Trainer, oder was es auch immer braucht. Die einzige Frage, die zählt, ist:

War es jetzt lange genug?

In diesem Sinne, herzlich bewegende Grüße,
Nicola

Freitag, 15. Februar 2019

Bist Du bereit für mehr Lebendigkeit in Deinem Leben?


Derzeit scheinen viele Menschen auf der Suche nach mehr Lebendigkeit und Leichtigkeit zu sein. Das kann ganz unterschiedliche Lebensbereiche betreffen. Die einen wünschen sich mehr Lebendigkeit in ihrer Beziehung, die anderen mehr Lebendigkeit im Job und wieder andere suchen grundsätzlich mehr Lebendigkeit und Leichtigkeit in ihrem Leben. Doch was heißt denn eigentlich mehr Lebendigkeit?

Bei Lebendigkeit geht es zunächst einmal darum zu spüren, dass Du lebst. Oftmals scheint sich jedoch eine Art Routine im Alltag einzuschleichen, die dafür sorgt, dass das Leben monoton wird, vorhersehbar, langweilig, gewöhnlich und manchmal sogar schmerzhaft. Schmerzhaft wird es, wenn Dir bewusst wird, dass Du so, wie Du derzeit lebst, eigentlich nicht leben möchtest. Neulich antwortete ein Mann auf die Frage, wie denn seine Beziehung läuft: „Normal“ und ergänzte, dass er damit eigentlich nicht glücklich sei. Das Wort normal ist fast schon zum Synonym für langweilig bzw. unlebendig geworden.

Einige Menschen denken, Lebendigkeit würde damit zusammenhängen, immer verrücktere Dinge und Sportarten zu unternehmen. Sie spüren erst Lebendigkeit, wenn sie einen gewissen Adrenalin-Kick bekommen. Andere meinen, Lebendigkeit hinge damit zusammen, besonders viel zu tun, viel zu arbeiten, viele Termine zu haben, viele Freunde zu treffen und jeden Tag so voll wie möglich zu packen. Dennoch stellen die meisten nach einer gewissen Zeit fest, dass all das vielleicht für einen kurzen Moment wirkt, letztendlich jedoch nicht dauerhaft zu mehr Lebendigkeit führt. Im Gegenteil, meist führt es dazu, dass sie immer mehr zweifeln, ruhelos werden, oder sogar depressiv oder anderweitig krank.

Einige Menschen verwechseln auch das sogenannte Niedere Drama mit Lebendigkeit. Das niedere Drama basiert auf einer Täter-Opfer-Retter Dynamik. Wenn Du beispielsweise mit Deinem Partner streitest fühlt sich das im ersten Moment vielleicht lebendig an. Du spürst in dem Moment Wut, Traurigkeit, Angst oder auch Freude. Doch ziehe einmal in Betracht, dass das die unverantwortliche Form von Gefühlen ist. Meist ist es so, dass Du nach solchen Drama-Situationen eher weniger Energie hast und ein fader Geschmack zurück bleibt. Mache Dir deswegen bewusst: Niederes Drama ist niederes Drama. Niederes Drama ist nicht das Leben und hat nichts mit Lebendigkeit zu tun. Das einzige, was im niederen Drama passiert, ist, dass Du älter wirst und graue Haare bekommst.

Wie bringst Du also mehr Lebendigkeit in Dein Leben? Um diese Frage zu beantworten, ist es notwendig, dass Du für Dich zunächst eine andere, möglicherweise gefährliche Frage beantwortest:

Welche Ausreden hast Du, um nicht lebendig zu sein?

Vielleicht sagst Du „Ich habe keine Ausreden, ich wünsche mir einfach mehr Lebendigkeit“. Die Sache ist jedoch die: Wenn Du Dir mehr Lebendigkeit im Leben wünschst, benutzt Du unbewusst Ausreden, die Dich bisher daran gehindert haben, nicht lebendig zu sein. Diese Ausreden können dabei ganz unterschiedlicher Natur sein. Hier sind einige Beispiele:
·         Mein Job ist so stressig und lässt es nicht zu
·         In meiner derzeitigen Beziehung ist das nicht möglich.
·         Mein Partner/mein Umfeld müsste sich ändern, damit ich meine Lebendigkeit leben kann.
·         Wenn ich mein Ziel xy erreicht habe, dann kann ich endlich lebendig sein.
·         Ich habe so viele Verpflichtungen.
·         Ich weiß nicht, wie ich mehr Lebendigkeit in mein Leben bringen soll.
·         Ich würde ja gerne, aber so einfach ist das alles nicht. Ich stecke fest.
·         Wenn ich eine andere Kindheit gehabt hätte, wäre ich wahrscheinlich auch lebendiger.
·         Etc.

Dein Ausreden-Experiment:
Es gibt zahlreiche Ausreden, warum Du bisher nicht mehr Lebendigkeit in Deinem Leben vorfindest. Nimm Dir jetzt einmal kurz Zeit, radikal ehrlich Deine individuellen Ausreden aufzuschreiben. Lass Deinen Körper schreiben, bevor Du denkst, während Du Dir immer wieder folgende Frage stellst: Was hindert Dich daran, lebendig zu sein? Schreibe alle nur erdenklichen kleinen und großen Gründe und Ausreden auf.

Wenn Du Ausreden hast, die Dich an Deiner Lebendigkeit hindern, fokussierst Du Dich auch unbewusst darauf, immer wieder Beweise zu finden, die diese Ausreden untermauern. Und egal welche Ausrede Du hast, Du wirst diese Beweise finden. Ausreden sind nichts anderes als Geschichten, in denen wir leben und von denen wir meinen, sie seien wahr.

Was ist Dein Nutzen davon, nicht lebendig zu sein?
Wenn Du Ausreden vorbringst, um nicht lebendig zu sein, bist Du in einer Opfer-Rolle. Dann wartest Du darauf, dass sich beispielsweise die anderen ändern, damit es Dir irgendwann besser geht. Wenn Du Ausreden vorbringst, dann gibst Du Deine Kraft an die Ausrede ab, an den Grund. Dann machst Du Dich klein und bleibst hinter Deiner eigenen Lebendigkeit zurück.

Die spannende Frage ist, was bisher Dein Nutzen war, nicht lebendig zu sein. Du wirst vielleicht sagen: „Wie, der Nutzen? Ich will ja mehr Lebendigkeit. Da habe ich doch keinen Nutzen.“ Doch ziehe einmal folgendes in Betracht: Der große Nutzen davon, nicht lebendiger zu werden, ist der, dass Du die Dinge so belassen kannst, wie sie sind. Alles kann beim Alten bleiben und Du musst Dich nicht verändern. Das ist unglaublich bequem. Das kennst Du und weist, wie Du damit einigermaßen zurechtkommst. Vielleicht bekommst Du auch Aufmerksamkeit von anderen, wenn Du jammern kannst, dass Du so gerne mehr Lebendigkeit leben würdest, aber es einfach nicht möglich ist. Und verstehe das bitte nicht falsch. Es ist nicht gut und nicht schlecht, Ausreden zu haben und im Bekannten zu verweilen. Es produziert einfach nur gewisse Resultate.

Hinter den ganzen Ausreden, die Du nutzt, um nicht mehr Lebendigkeit in Dein Leben zu bringen, steckt meist ein Gefühl: Angst. Die Angst vor Veränderung, die Angst, nicht zu wissen, was passiert und wie andere Menschen in Deinem Umfeld reagieren, wenn Du Deine Lebendigkeit entfaltest. Was ist die Angst hinter dieser Angst? Nun, möglicherweise ist es letztendlich die Angst, nicht mehr akzeptiert zu werden, nicht mehr dazu zu gehören. Diese Angst basiert häufig auf einer alten Sichtweise in Bezug auf Lebendigkeit. Lass uns einmal schauen, wie die alte Sichtweise und eine entsprechend neue Sichtweise aussehen.

LEBENDIGKEIT – ALTE SICHTWEISE
LEBENDIGKEIT – NEUE SICHTWEISE
Naiv
Kraftvoll
Albern
Humorvoll
Zu viel für andere
Ist Dein Antriebsmotor
Nicht zumutbar
Leicht
Nicht gesellschaftskonform
Menschlich
Unprofessionell
Kreativ
Fällt aus dem Rahmen
Sorgt für das gewisse Etwas
Zu wild
Voller Lebensfreude
Nur Kinder dürfen (ein wenig) lebendig sein
Freiheit
Der/Die spinnt bzw. ist verrückt
Ist authentisch
Macht andere neidisch
Inspiriert
Gehört sich nicht
Eröffnet ungeahnte Möglichkeiten

Was ist Deine Sichtweise auf Lebendigkeit?
Prüfe einmal für Dich, was Deine Sichtweise auf Lebendigkeit ist. Was hast Du über Lebendigkeit gelernt? Was hast Du oft gehört oder was wurde Dir früher eingetrichtert?

Kinder, die sehr lebendig sind, werden beispielsweise auf das Medikament Ritalin gesetzt, um sie normal zu machen. Lebendig zu sein, schein nicht okay zu sein. Ist Dir einmal aufgefallen, wie viele Menschen in Situationen, in denen sie spontan den Impuls haben, herzlich loszulachen, sofort die Hand vor den Mund nehmen und maximal noch ein verhaltenes Glucksen rauskommt? Wir sind in der modernen Gesellschaft wirklich sehr gut darin trainiert, Lebendigkeit zu unterdrücken.

Damit eng verbunden sind die Gefühle, die wir ebenfalls meisterhaft unterdrücken. Wir haben eine Taubheitsschwelle eingerichtet, um nicht fühlen zu müssen, was die fehlende Lebendigkeit eigentlich mit uns macht. Wenn Du die unlebendigen Aspekte in Deinem Leben anschaust und tatsächlich im Körper fühlen würdest, was das mit Dir macht, dann müsstest Du möglicherweise Konsequenzen ziehen, Entscheidungen treffen, Dinge in Deinem Leben verändern oder loslassen. Das könnte schmerzhaft sein. Und um genau diesen Schmerz nicht zu fühlen, sind wir immer wieder Meister darin, unsere Taubheitsschwelle weit oben zu halten.

Um nicht zu fühlen, kannst Du beispielsweise:
  • Alkohol trinken
  • Rauchen
  • Sonstige Drogen nehmen
  • Übermäßig arbeiten
  • Übermäßig Sport machen
  • Ständig erschöpft sein
  • Krank werden
  • Shoppen gehen
  • Ständige Hintergrundgeräusche haben (z. B. Radio)
  • Fernsehen schauen
  • Ständig mit dem Smartphone rumspielen
  • Social Media
  • Im Internet surfen
  • Computerspiele spielen
  • Süßigkeiten und sonstiges ungesundes Essen zu Dir nehmen
  • Etc.

Um mehr Lebendigkeit in Dein Leben zu bringen, ist es notwendig, dass Du beginnst, bewusst zu fühlen und die Gefühle bewusst als zielsicheres, inneres Navigationssystem zu nutzen. Du kannst nicht umsonst Wut, Freude, Traurigkeit und Angst fühlen. Das ist kein Designfehler vom Universum. Deine Gefühle, führen Dich zur Lebendigkeit. Im Gegensatz zum niederen Drama geht es also hier um die bewusste und verantwortliche Form der Gefühle. In Bezug auf die Angst würde das bedeuten, dass Du sie – wenn Du sie fühlst – als Hinweis nimmst, um beispielsweise etwas Neues auszuprobieren, wachsam, aufmerksam und präsent zu sein, kreativ und innovativ zu sein, zu planen, Dich in unbekanntes Gebiet vorzuwagen und mutig zu sein, anstatt Dich von der Angst blockieren zu lassen und sie als Schwäche oder als „schlechten Berater“ anzusehen.

Mehr Lebendigkeit in Dein Leben zu bringen ist so, als würdest Du von einem Planeten zu einem Stern werden. Planeten sind eher unlebendig. Sie absorbieren Energie und auf das Leben übertragen bedeutet es, dass Du folgst, kopierst, imitierst, unlebendig bist, konsumierst, alles beim alten belässt, gehorchst und Dich angepasst verhältst.

Wenn Du beginnst, bewusst zu fühlen, um an Deine Lebendigkeit wieder voll anzudocken, wirst Du zu einem Stern. Sterne haben die Eigenschaft, dass sie mehr Energie nach außen abgeben und strahlen. Für Dein Leben als Stern bedeutet das, dass Du Neues kreierst, strahlst, inspiriert und lebendig bist, den nächsten Schritt machst, kreativ bist und voran gehst.

Wenn Du bewusst beginnst, zu fühlen und dadurch wieder an Deine Lebendigkeit andockst, dann
·         bittest Du um das, was Du brauchst,
·         setzt Du Grenzen,
·         duldest gewisse Dinge nicht mehr,
·         mistest Du Dein Leben aus (siehe hierzu auch den Artikel „Mit wie viel Gepäck reist Du durchs Leben“ von Januar 2019),
·         nimmst Du Dein Leben und Deine Lebendigkeit in die Hand,
·         wirst Du zur Quelle von Lebendigkeit,
·         kommst Du wieder in Deine Kraft,
·         stehst für Dich und Deine Lebendigkeit ein,
·         und vieles mehr.

Dein Lebendigkeits-Experiment
Zum Abschluss lade ich Dich noch zu folgendem Lebendigkeits-Experiment ein. Schreibe einmal auf, was Dich lebendig sein lässt: Was inspiriert Dich? Was erfüllt Dich mit Freude? Wonach sehnst Du Dich? Wann oder wobei fühlst Du Dich lebendig?
Dann beginne mindestens 2 Mal die Woche etwas zu tun, das Dich lebendig sein lässt.

Die Sache ist die: All das, was Du aufgeschrieben hast, ist bereits als lebendige Möglichkeit im Universum vorhanden.

Manchmal testet das Universum Dich, ob Du wirklich bereit bist, lebendig zu sein. Dann ergeben sich beispielsweise Möglichkeiten  oder Situationen für mehr Lebendigkeit und das Universum schaut, ob Du durch die Tür gehst oder Dich von der alten Sichtweise auf Angst (blockierend, schwach) zurück halten lässt und Deinen Ausreden und Geschichten weiter Glauben schenkst.

Mehr Lebendigkeit in Dein Leben zu bringen, kann niemand für Dich tun, außer Du selbst. Bist Du bereit, mit den Ausreden aufzuhören und Deine Lebendigkeit in die Hand zu nehmen?

Herzlich lebendige Grüße,
Nicola

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P. S. Filmtipp zum Thema: „Surrogates – Mein zweites Ich“ mit Bruce Willis



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